Infobildungsdienst Dr. Susanna Knotz

Rubrik: Gesundheit & Medizin

Ab 01.07.2008 werden neue Texte nur noch unter Aktuelles angekündigt und direkt zu den entsprechenden Blog-Einträgen geleitet.

Katja Rapp will leben - Knochenmarkspender als Lebensretter gesucht (7.2.2008)

Katja Rapp und viele andere an Leukämie Erkrankte können ohne blutbildende Spenderzellen nicht überleben. Was ist Leukämie? Wie entsteht Leukämie? Wie kann ich helfen? Das erkläre ich in meinem Blog und beschreibe auch, wie wenig Mut es erfordert, Knochenmarkstammzellen zu spenden.

Wie man frischen Fisch beim Einkaufen erkennt, erklärt das Informationsblatt 004/2008 des BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung), das unter der Rubrik Mikrobielle Risiken zu finden ist (6.2.2008).

Qualitätssicherung in der Medizin (18.10.2007)

Gedanken steuern Arme von Gelähmten - Weiterentwicklung von Neuroprothesen (5.10.2007)


Einsamkeit macht sterbenskrank

Susanna Knotz, 13.9.2007

Wissenschaftler der UCLA (Universität von Kalifornien, Los Angeles) haben eine Ursache dafür herausgefunden, weshalb vereinsamte Menschen anfälliger für Infektionen, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind.

Schon länger ist bekannt, dass vereinsamte Personen eher sterben als gesellschaftlich gut integrierte. Bisher war allerdings unklar, woran diese erhöhte Sterblichkeit von vereinsamten Menschen lag: War es das mangelnde soziale Netz, mit anderen Worten, das Fehlen von Personen, die sich um einen kümmern, oder beeinträchtigte Einsamkeit womöglich direkt die gesunderhaltenden Körperfunktionen?

Einsamkeit beeinträchtigt das Immunsystem
Die Forschergruppe um Steve Cole fand heraus, dass Einsamkeit offenbar das Immunsystem schwächt und dabei ganz unmittelbar an seiner Wurzel eingreift. Das Immunsystem bekämpft Krebszellen und  Krankheitskeime. Es gibt verschiedene Typen von zum Immunsystem gehörenden weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die zusammenarbeiten, um Krebszellen und Krankheitskeime als solche zu markieren und abzuwehren. Die UCLA-Forscher untersuchten die Genexpressionsmuster von weißen Blutkörperchen von sechs sehr einsamen Menschen und verglichen sie mit denen von acht Menschen am anderen Ende der Einsamkeitsskala.

Was ist ein Genexpressionsmuster?- kleiner Ausflug in die Molekularbiologie
Gene kann man als eine Art Blaupausen für Antikörper, Enzyme und andere Proteine (Eiweiße) betrachten, die von weißen Blutkörperchen hergestellt werden (das gilt für andere Zellen, die andere Proteine erzeugen, natürlich ebenso). Gene werden von dem so genannten Transkriptionssystem der Zelle regelrecht abgelesen, um aus Einzelbausteinen die erforderlichen Proteine zusammenzusetzen. Den Prozess, der das Gen-Ablesen beschreibt, nennt man Genexpression. Man kann nun mit modernen molekularbiologischen Methoden feststellen, wie oft verschiedene Gene eines Zelltyps in einem festgelegten Zeitraum abgelesen werden. Es ergibt sich ein Genexpressionsmuster, z.B. Gen A wird doppelt so häufig abgelesen wie Gen B, Gen C dafür halb so oft, usw. .

Die UCLA-Forscher stellten nun trotz der geringen Anzahl an untersuchten Menschen fest, dass sich die Genexpressionsmuster von 209 Genen zwischen den Einsamen und den bestens Integrierten in einem wiedererkennbaren Muster unterschieden. In den weißen Blutkörperchen der Einsamen wurden 78 Gene, die mit Entzündungsreaktionen zu tun haben, vermehrt abgelesen, während 131 Gene, die eher mit Antikörperbildung und Virenbekämpfung zu tun haben, weniger häufig abgelesen wurden. Louise C. Hawkley, Jesusa M. Arevalo, Caroline Y. Sung, Robert M. Rose und John T. Cacioppo veröffentlichen zusammen mit Steve Cole ihre Studien in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Genome Biology.

Beim Einsamkeitsempfinden kam es übrigens nicht darauf an, wie viele Menschen die Leute kannten, sondern zu wie vielen sie wirklich ein vertrauensvolles, enges Verhältnis aufgebaut hatten.

Quelle: Pressemitteilung der University of California, Los Angeles auf Newswise MedNews. Das Original Genome Biology-Manuskript der Studie ist frei erhältlich.


25.4.2007 Internationaler Tag gegen Lärm

Susanna Knotz, 25.4.2007

Menschen sind täglich unterschiedlichen Lärmquellen ausgesetzt, am Wohnort, am Arbeitsplatz und in der Freizeit. Lärm stört tagsüber die Konzentrationsfähigkeit und nachts den notwendigen Erholungsschlaf.
Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund (IfaDo) untersuchen innerhalb des Europäischen Forschungsnetzwerks SILENCE, wie empfindlich unterschiedliche Menschen auf Alltagsgeräusche, vor allem Verkehrslärm, reagieren und in welchem Maße sie in ihrem Alltag Lärm ausgesetzt sind. Dies und die Hauptlärmquellen wollen die Wissenschaftler mittels einer europaweiten Befragung herausfinden.
Die Forscher unter der Leitung von Prof. Dr. Barbara Griefahn erarbeiten anhand ihrer Untersuchungen Empfehlungen zur Lärmminderung. Unter http://ifado.de/silence/ können Sie sich an der Umfrage beteiligen. Die Umfrage ist anonym, aber die Angabe des Wohnortes ist erforderlich, damit Ihr individuelles Lärmempfinden mit den lokalen Gegebenheiten abgeglichen werden kann.

Star-Trek lässt grüßen - Mikrochip lässt Blinde wieder sehen (unten auf der Seite)